Zum Hauptinhalt springen


Die eierlegende Wollmilchsau

auf dem Tazio Nuvolari Circuit


Für Oktober 2025 hatten Thomas Schmitt, seine Frau und ihr Zwergpudel eine große Italienreise inklusive Trackday auf dem Tazio Nuvolari Circuit geplant. Die wohl schwierigste Entscheidung: GT3 Touring oder der neue vollelektrischen Macan Turbo?

  • Veröffentlicht am
    10. Mai 2026
  • Text | Fotos:
    Thomas Schmitt

Für Oktober 2025 hatten wir eine große Italienreise geplant: Der Fahrer (ich), meine Frau – und natürlich unser Zwergpudel. Ein Highlight der Tour sollte ein Trackday auf dem legendären Autodromo Tazio Nuvolari bei Cervesina (südlich von Mailand) sein. Die Strecke ist rund 2,8 Kilometer lang (Großkonfiguration rund 5,3 Kilometer) und trägt den Ruf, eine der interessantesten Fahrstrecken Norditaliens zu sein.

GT3 oder Macan?

Die wohl schwierigste Entscheidung stand schon zu Hause an: Nehmen wir den puristischen GT3 Touring oder den neuen vollelektrischen Macan Turbo? Meine Frau überzeugte mich pragmatisch, den SUV zu nehmen. Klar war: Performance-Einbußen sind auf dem Track zu erwarten. Aber manchmal zählt das Gesamtpaket mehr als eine Rundenzeit.

Also wurde der Macan voll beladen, der Pudel angeschnallt, und über das Stilfser Joch ging es Richtung Italien. Freunde reisten stilecht mit GT3 und GT3 RS auf dem Anhänger an - ich also mit dem "E-Fake-Turbo". Im Hotel nahe der Strecke konnten wir den Macan über Nacht vollständig laden. Perfekter Startpunkt.

Am Hotel wurde der Macan aufgeladen.

Organisation top, Strecke fordernd

Der Check-in beim Pistenclub war gewohnt professionell: klare Abläufe, freundliche Betreuung, perfekte Organisation – so, wie man es kennt. Die Strecke selbst ist technisch anspruchsvoll: schnelle Kurven, einige enge Passagen, sehr flach und übersichtlich – ideal, um Vertrauen ins Auto zu fassen.

Neben den Sportwagen fiel das SUV sofort auf.

Nach wenigen Runden war klar: Der Macan und ich verstehen uns, selbst auf der Rennstrecke. 639 PS / 1130 Nm (Allrad) katapultieren das Fahrzeug aus den Kurven, als gäbe es kein Morgen. Ich fühlte mich erinnert an meinen früheren 991 Turbo S. Der Grip der Serienbereifung von Goodyear überraschte, und das Fahrzeug blieb trotz seines Gewichts sehr neutral und berechenbar. Die Reifen machten klar hörbar, dass sie alles gaben. Ich hatte Spaß. Viel Spaß.

Fahrdynamik – anders

Natürlich: Ein Macan Turbo ist kein GT3. Überraschend war, dass man „zumindest kurzfristig“, besonders in weiten Kurven und auf Geraden, mit der brutalen Performance der GT3s mithalten konnte – bevor man wegen Batterietemperatur oder Bremse eingebremst wird. Konkret heißt das: Die ersten drei schnellen Runden gehen mit voller Leistung. Danach drosselt das System spürbar, um die Batterie zu schonen. Mit kontrolliertem Tempo lässt sich jedoch problemlos ein kompletter Turn absolvieren, bevor ein Ladestopp fällig wird.

Auf der Strecke konnte der Macan überzeugen.

Geladen wurde etwa 15 Minuten entfernt. Meine große Sorge war unbegründet. Selbst in Italien ist „Laden“ inzwischen kein großes Problem mehr. Die größte Limitierung war für mich die Bremse: Bei 2,5 Tonnen Fahrzeuggewicht merkt man die thermische Belastung schnell. Der Trackday war deshalb ideal, um die sich verändernde Bremsperformance realistisch einzuschätzen.

Atmosphäre und Fazit

Ich fuhr an diesem Tag etwa 20 Runden – mehr brauchte es nicht, um das Fahrzeug kennenzulernen. Auf der Tribüne hatte meine Frau großen Spaß: „Das Auto war die Show – leise, viel Quietschen, dennoch zügig.“ Ein Macan Turbo ist kein Tracktool! Er eröffnet jedoch neue Perspektiven. Wer bereit ist, die aktuell vorhandenen Defizite gegenüber klassischen Verbrennern zu akzeptieren, kann dennoch echten Fahrspaß erleben – teilweise faszinierend, definitiv anders.

Man darf gespannt sein, was im Bereich EV noch kommt: Mir hat es in jedem Fall die Angst genommen. Auf der Autobahn überschätzt man sich mit so einem Auto leicht. Die Erfahrungen im Grenzbereich auf einer abgesperrten Strecke waren daher Gold wert. Danach ging es noch weiter bis nach Palermo auf Sizilien. Die Entscheidung, den Macan zu nehmen, war richtig. Wie auch immer: Das nächste Mal ist der GT3 wieder am Start.

  • Thomas Schmitt
    Autor

    Wir bedanken uns für den Bericht und belohnen diesen mit einem Trackday-Gutschein. Bist Du auch an einer Veröffentlichung in unserem Clubmagazin und auf unserer Webseite interessiert und möchtest dafür einen Gutschein erhalten? Dann schicke Deinen Vorschlag einfach per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Fotos zum Beitrag